Ganzheitsmedizin.de

  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size
Navigation: Methoden Ohrakupunktur

Ohrakupunktur

Definition


Die Ohrakupunktur ist die wichtigste Behandlungsmethode der sogenannten "Aurikulotherapie", die alle Manipulationen an der Ohrmuschel zu therapeutischen Zwecken beinhaltet. Bei der Ohrakupunktur werden empfindliche Punkte am Ohr mittels Nadelreiz stimuliert.

Man unterscheidet in der Aurikulotherapie im wesentlichen 4 Behandlungsarten:

  1. Ohrakupunktur (auch mit Dauernadeln)
  2. Ohrmassage
  3. Laserbehandlung der Ohrmuschel
  4. Behandlung der Ohrmuschel mit schwachem elektrischen Strom

 

Herkunft


Entgegen den meisten Erwartungen, gibt es zwar Wurzeln, in denen rudimentär die Stimulation bestimmter Punkte am Ohr z.B. in Ägypten, China oder bei Hippokrates beschrieben wurde, die Ohrakupunktur in der heutigen Form ist allerdings gerade erst 40 Jahre alt und geht auf den französischen Arzt Dr. P. Nogier zurück. Erst dieser hat die Methode zu einem ausgereiften Therapiesystem entwickelt, das in seiner Vielfalt der Behandlungsmöglichkeiten an die klassische chinesischen Akupunktur heranreicht.

Wirkungsweise


Zuordnung verschiedener Zonen der Ohrmuschel zu KörperregionenDie Aurikulotherapie ist, losgelöst von der chinesischen Akupunktur, eine eigenständige Methode, die zwar auch Nadeln benutzt, aber davon ausgeht, daß verschiedene Ohrregionen zu bestimmten Körperorganen zuzuordnen sind und sich letztlich so der ganze Körper auf die Ohrmuschel projeziert. Diese Projektion des ganzen Menschen auf bestimmte Körperregionen nennt man Somatotopie ("soma"=Körper, "topos"=Ort (griech.)). Da der gesamte Mensch, also Körper, Seele und Geist projeziert werden, sind auch die Behandlungsmöglichkeiten sehr vielfältig. Die bekannteste Somatotopie, neben der Ohrmuschel, macht sich die Fußreflexzonenmassage zu nutze. Auch hier projeziert sich der ganze Mensch auf eine Körperregion, den Fuß.

Die Wirkungsweise an sich wird dabei, ähnlich wie in der Akupunktur durch die Ausschüttung von Transmittersubstanzen erklärt, auf der anderen Seite existieren aber auch direkte Verbindungen von der Ohrmuschel zu Strukturen des ZNS (Zentralnervensystems), weswegen die Ohrakupunktur außer zur Therapie von Schmerzen, Allergien, Asthma usw. auch bei Suchterkrankungen (z.B. Alkohol, Medikamente, Nikotin, usw.) empfohlen wird. Da durch die Somatotopien jede Körperregion und jedes Organ immer mit einem Areal an der Ohrmuschel in Verbindung stehen, ist nicht nur die Therapie möglich, sondern es kann auch Diagnostik betrieben werden, wobei eine Vielzahl von Störungen, ohne großen Aufwand, direkt am Ohr abgelesen werden kann. Im Gegensatz zur Akupunktur ist nur ein gestörter Punkt auch nachweisbar.

Die hauptsächlichen Wirkungen entfalten sich auf den Gebieten :

  1. Schmerzbehandlung
  2. Suchtbehandlung
  3. Behandlung von Allergien
  4. Muskelentspannende Wirkung
  5. Immunstimulierende Wirkung

 

Nebenwirkungen


Die Aurikulotherapie und insbesondere die Ohrakupunktur sind bei richtiger Anwendung und in der Hand eines geschulten Arztes nebenwirkungfrei. Die Ohrakupunktur ansich ist bei fachgerechter Durchführung nahezu schmerzfrei.

Indikationen


1.      Erkrankungen des Atmungstraktes

  • Akute und chron. Stirn-/Kiefernhöhlenentzündung
  • Akuter/chron. Schnupfen
  • Mandelentzündung (Tonsillitis)
  • Allgemeine Erkältungskrankheiten
  • Akute/ chron. Bronchitis
  • Astma bronchiale

2.      Augenerkrankungen

  • Bindehautentzündung (Konjunktivitis; auch allergisch)

3.      Erkrankungen der Mundhöhle

  • Zahnschmerzen
  • Schmerzen nach Zahnentfernung
  • Akute/ chron. Halsentzündung

4.      Erkrankungen des Verdauungstraktes

  • Akute/ chron. Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
  • Chronisches Geschwür (Ulcus)
  • Akute/ chron. Darmentzündung

5.      Neurologische Erkrankungen

  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Trigeminusneuralgie
  • Fazialisparese
  • Lähmungen nach Schlaganfall
  • Meniere- Krankheit
  • Ischialgie
  • Interkostalneuralgie
  • Bettnässen (Enuresis nocturna)

6.      Suchterkrankungen

  • Nikotinsucht
  • Medikamentensucht
  • Eßsucht
  • Alkoholsucht

7.      Orthopädische Erkrankungen

  • Schulter- Arm- Syndrom
  • Tennisellenbogen
  • Hexenschuß (Lumbalgie)
  • Rheuma
  • Periarthritis humeroscapularis

8.      Hauterkrankungen

  • Ekzeme
  • Neurodermitis
  • Wundheilungsstörungen
  • Herpes simplex/zoster


Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über weitere Indikationen.